Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Hier stehe ich, ich kann nicht anders!

Eine Flaschenpost aus dem Jahr 2050 hat mich gestern erreicht. Das Z_magazin Nr.1. Schmeichelnde Worte im Editorial: „Wir haben Sie gezielt ausgewählt. … Wir suchen uns unsere Leserschaft, nicht umgekehrt.“ Okay, ich muss zugeben, dass ich nicht mehr rekonstruieren kann, warum die Herausgeber mich gesucht und gefunden haben. Jedenfalls habe ich mir die knapp einhundert Seiten, herausgegeben von Z_punkt, The Foresight Company, durchgelesen, und ich muss zugeben: Nicht uninteressant, vor allem z.B. im Vergleich zu Siemens‘ Horizons2020. Radikaler. Anstelle der „Europäischen Verfassung“ stehen 2050 die „Vereinigten Regionen von Europa“ und die Transformation Europas zu einer dezentral organisierten Gesellschaftsform und Wirtschaftsweise. Auf dem Weg ins Jahr 2050 sind Globalisierung, religiöser Fundamentalismus und Terror die treibenden Kräfte. Technologisch sind es Replikatoren und Androiden, also Versatzstücke aus „Deep Space Nine“ und „Star Wars“. Und aus Open Source wurde Open Things.

Aber wie immer bin ich ja auf der Suche nach den entsprechenden Bildungsszenarien. Das einzige auf Bildung hinweisende Kapitel heisst „Sieben Thesen gegen die Wissensdiktatur“ und schildert einen Spam-Angriff, der sich blitzschnell über die Bildschirme des Jahres 2050 verbreitet. Die Botschaften: „Wissen ist nicht auf Einsen und Nullen reduzierbar.“ „Stürmt die Elfenbeintürme! Bekämpft die Geheimlogen! Installiert legitime demokratische Strukturen der Wissensproduktion!“ Es geht um eine gerechte Verteilung des Gutes Wissen. Aus meiner Sicht ist es leider der Beitrag in diesem Magazin, der am wenigsten Überraschendes bietet. Aber vielleicht wird das im Weblog „Leben 2050“ nachgeholt. Denn leider gibt es das Magazin nur als Leseprobe.
Z_punkt, Z_magazin, Nr.1, Januar 2050 (pdf)

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