Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Humankapital messen und bewerten: Sisyphusarbeit oder Gebot der Stunde?

Titel-0405.jpg
Warum steht den Beteuerungen, dass Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind, eine so ernüchternde Realität gegenüber? Liegt es vielleicht (auch) daran, dass der Einfluss des Humankapitals auf Ergebnis und Wertschöpfung von Unternehmen so schwer zu fassen und empirisch nachzuweisen ist? Und in der Tat, obwohl es heute eine ganze Reihe von Vorschlägen gibt, wie das Humankapital zu messen und zu bewerten sei, bilanziert der Autor:
„Sie sind alle so abstrakt und theoretisch beziehungsweise in ihren Annahmen willkürlich, dass die ausgewiesenen Werte keine für die Praxis relevante Aussagekraft haben und damit dem Management keine konkreten Handlungsempfehlungen geben können. Die Gründe hierfür liegen in der zu großen Komplexität und den wechselseitigen Wirkungszusammenhängen der einzelnen Faktoren des Humankapitals.“

Diese Kritik schließt auch die „Saarbrücker Formel“ ein, die auf dem nächsten DGFP-Kongress in Wiesbaden (9./10. Juni) noch mal Thema sein wird. Stattdessen plädiert der Autor für Indikatoren- und Scoring-Modelle und damit die Konzentration auf einzelne Faktoren und Kennziffern, „die wichtige Teile des Humankapitals darstellen und einen erkennbaren Einfluss auf die Ergebnisentwicklung haben“. Alles klar? Ansonsten: Auf nach Wiesbaden!
Martin Schütte, Personalführung, 4/2005 (Link nicht mehr aktiv)