Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

McK Wissen: Menschen

Es war irgendwann im letzten Sommer, als ich mir in einer Bahnhofsbuchhandlung diese Ausgabe von McK Wissen gekauft habe. Wer es nicht weiss: McK Wissen ist eine Kooperation von McKinsey und brandeins. Das Thema hieß „Menschen“, und einige der Artikel versprachen, sich mit Bildung, Lernen und Personalentwicklung auseinanderzusetzen. Und die Zugfahrt war lang, soviel weiss ich noch.

Viel habe ich damals aber nicht gelesen, aus Gründen, die sich meiner Erinnerung entziehen, und so habe ich mir heute die Zeitschrift noch einmal vorgenommen. Was ich festgestellt habe: Das Heft bietet wirklich einen Rundumschlag – im positiven Sinn! Zwei Artikel habe ich etwas intensiver gelesen. Der erste („Büffeln fürs Business“) beschäftigt sich mit den „Corporate Universities“ hierzulande. Dabei wird wieder einmal deutlich, dass die Marke CU nur eine lose Klammer bildet, um neue bzw. aktuelle Strategien des Führungskräftetrainings zu beschreiben. Der gemeinsame Nenner aller Anstrengungen: selbst bestimmen, was auf dem Lehrplan steht! Dabei spielt es dann auch keine Rolle mehr, dass von der „Firmen-Uni“ der Deutschen Bank die Rede ist, eine Bezeichnung, die wohl selbst der im Artikel zitierte Leiter derselben zurückweisen würde.

Und es gibt ein Interview mit dem Alternsforscher Paul Baltes („Die Kultur des Alterns“), und hier habe ich die schöne Geschichte über Arthur Rubinstein (wieder)gefunden, die ich kurz in der Geo-Fassung zitiere:
„Der 80-jährige Arthur Rubinstein ist in verschiedenen Interviews gefragt worden, wie er immer noch ein so guter Konzertpianist sein könne. Aus seinen Antworten lässt sich das SOK-Prinzip herauslesen: Er habe sein Repertoire verringert also eine Wahl getroffen. Außerdem übe er diese Stücke mehr als früher. Das ist die Optimierung. Und weil er die ausgewählten Stücke nicht mehr so schnell wie früher spielen konnte, hat er noch einen Kunstgriff angewendet: Vor besonders schnellen Passagen verlangsamte er sein Tempo; im Kontrast erschienen diese Passagen dann wieder ausreichend schnell. Das ist eine Form der Kompensation. Ich glaube, diese Strategie sich auf wenige Ziele zu beschränken, diese aber sehr energisch zu verfolgen und dabei nach geeigneten inneren und äußeren Ressourcen der Kompensation zu suchen das ist die Kunst des guten Älterwerdens.“
McK Wissen 08, März 2004

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