Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Gedanken nach Innsbruck. Kompetenz – Kompetenzentwicklung – Kompetenzbilanz

Am besten hat mir das Zitat von Lutz von Rosenstiel gefallen: „Kompetenzentwicklung – wie ich sie verstehe – stützt sich auf das klassische Verständnis von Personalentwicklung, aber nicht notwendig auf die Formen klassischer Fort- und Weiterbildung. Sondern auch auf das Lernen im sozialen Umfeld oder im Prozess der Arbeit selbst. Grob gesagt: Es gibt Arbeit, die macht Menschen dumm und es gibt Arbeit, die macht Menschen kompetent. Ein systematisch aufgebautes Curriculum der Arbeitserfahrungen statt eines Curriculums von Kursen ist notwendig, um notwendige Kompetenz zu entwickeln. Ein solches kann, ebenso wie die Vertrauenskultur im Unternehmen, durch zutreffende Kompetenzbilanzen stark gefördert werden.“

Dieses wunderbar treffende Statement ist Teil einer Zusammenfassung der aktuellen Diskussion um Kompetenzen und Kompetenzentwicklung – als hätte der Autor nur auf einen Anlass („Nach Innsbruck“ heisst: nach der Veranstaltung des Zukunftszentrums Tirol, „Zukunft bietet Chancen – Kompetenzen eröffnen Wege“, am 1./2. Oktober) gewartet, um die Aktivitäten und Fortschritte der letzten Monate kurz Revue passieren lassen zu können. Kurz: Es geht um den Kompetenzbegriff als solchen, um die Bedeutung von Kompetenzbilanzen aus individueller (wenn es um berufliche Orientierungsprozesse geht), ökonomischer (wenn es um die Bilanzierung des unternehmenseigenen Humankapitals geht) und politischer Sicht (wenn es um EU-weit akzeptierte Methoden der Kompetenzvalidierung und –zertifizierung geht). Und wem das alles zu abstrakt ist, der kann sich unter der Adresse des Centrums für Kompetenzbilanzierung (CeKom) selbst ein Bild davon machen, was Kompetenzbilanzen in der Praxis und für ihn leisten können.
John Erpenbeck, QUEM-Bulletin, 6 (Dezember)/ 2004 (pdf)
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