Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Investitionsgut Bildung

Die Unterlagen einer Tagung, zu der BMBF, das ifo Institut für Wirtschaftsforschung und die Nationale Agentur „Bildung für Europa“ beim BIBB am 7. Juni 2004 nach Bonn eingeladen hatten, liegen jetzt vor. Und das Wort, das am häufigsten auf dieser Tagung gefallen ist, muss „Effizienz“ gewesen sein. Fixpunkte dieses Ringens um Effizienz, Rentabilität und Optimierung bilden dabei die Ziele, die der Europäische Rat in Lissabon 2000 (die EU als „wettbewerbsfähigster und dynamischster wissensbasierter Wirtschaftsraum der Welt“ bis 2010) gesetzt hat – und das Erschrecken darüber, von diesen Zielen noch weit entfernt zu sein (siehe auch: „Wo sind die guten Nachrichten?“). Doch wenigstens scheint damit Bewegung in die bildungsökonomische Diskussion gekommen zu sein, wie einige Keynotes bestätigen.

Die Unterlagen und Forschungsergebnisse sind – ich will es vorsichtig formulieren – interessant. Zwei Zitate mögen dies verdeutlichen:
„Selbst wenn man Ausreißer nicht beachtet, lässt sich der Zusammenhang – kleine Klassen sind gut für Schülerleistung – aus der internationalen Evidenz nicht herauslesen.“ (Erich Gundlach, Kiel)
„Das Experiment zeigt ganz klar, dass die Schülerleistung in den kleineren Klassen besser ist.“ (Steve Pischke, London)
Auch wenn die Referate mehr Fragen als Antworten liefern, die Lektüre lohnt sich. Am besten mit der Tagungsdokumentation (pdf) beginnen.
Nationale Agentur „Bildung für Europa“, Dezember 2004