Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Nachhaltige Organisationsentwicklung von Bildungsträgern

Ich habe diesen empfehlenswerten Text gefunden, als ich aus ganz anderem Anlass die Stichworte „Krise der Weiterbildung“ in Google eingegeben habe. Die „Krise“ – einleitend ist hier sogar die Rede von der „bislang schwersten wirtschaftlichen Krise“, in der sich die berufliche Weiterbildung befindet! – beschreibt der Autor aus Sicht der Bildungsträger. Ihre Strukturen sind unübersehbar an Grenzen gestoßen, mit einem „kursförmigen Normalgeschäft“ und einer starren Angebotsorientierung sind Bildungsträger nicht überlebensfähig. Das gewährleistet einzig eine nachhaltige Organisationsentwicklung, in deren Zentrum, so der Autor, die „Entwicklung eines modernen Innovations- und Wissensmanagements“ steht.

Absolut nachvollziehbar ist, welche Lösungsstrategien Ottmar Döring den Bildungsträgern ins Stammbuch schreibt, z.B.:
– einen Wandel vom Anbieter standardisierter Kursangebote zum „Gestalter maßgeschneiderten Lernens“,
– den Aufbau eines Wissensmanagements, um neue Dienstleistungen z.B. „verstärkt in direkter Koproduktion mit den Kunden“ zu entwickeln,
– die Profilierung als „Systemlieferant“, der sein klassisches Angebot mit neuen Angeboten zur Beratung, Organisationsentwicklung, Integration und neuen Lernformen und –medien anreichert (an dieser Stelle werden auch die Anforderungen beschrieben, die durch die Integration von e-Learning an Bildungsträger gestellt werden!),
– den Aufbau von Selbstlernzentren mit Beratungsaktivitäten zur individuellen Bildungsplanung – und vieles mehr.

Ein interessanter und fundierter Text, egal, aus welcher Perspektive man ihn liest. Schade, dass man auf solche Perlen nur zufällig stößt!
Ottmar Döring (f-bb), Hessische Blätter für Volksbildung, H.2, 2004 (pdf)