Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Ergebnisworkshop LiNe

Donnerstag und Freitag letzter Woche habe ich größtenteils auf dem Ergebnisworkshop des Projekts LiNe in Berlin verbracht. LiNe ist ein Bereich des BMBF-Programms „Lernkultur Kompetenzentwicklung“ und steht für Lernen im Netz und mit Multimedia. Am ersten Tag ging es um Geschichte („die Entwicklung moderner computerbasierter Bildungs- und Informationstechnologien“), um Computerspiele („können Computerspiele Kompetenzen fördern und, wenn ja, welche?“ – mehr darüber hier; pdf, 1,49 MB) und um die Kompetenzentwicklung von „Lernmittlern“ (= Weiterbildner) in selbst organisierten Mailinglisten, Foren und Chats.

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Als äußerst interessanter Beitrag entpuppte sich am zweiten Tag die Präsentation von Thomas Reglin (f-bb), der den aktuellen Markt der Blended Learning-Angebote analysiert hatte. Er legte dar, dass Blended Learning sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat: vor allem, weil es in der Regel als Blended Training daherkommt, als fertig arrangierter Baukasten der Anbieter, der dem Lerner wenig Möglichkeiten bietet, sich das Lernangebot nach eigenen Bedürfnissen selbst zu organisieren.

Zum Abschluss ging es um die Bedeutung von IT-Zertifikaten am Beispiel des ECDL, der European Computer Driving Licence. Anke Hanft aus Oldenburg fasste zusammen: Obwohl die Rufe nach Zertifikaten immer lauter werden, spielen sie in der Berufs- und Einstellungspraxis noch keine Rolle! Das zumindest ergab ihre Auswertung von Stellenanzeigen und Interviews mit Unternehmensvertretern. Die wenigsten kennen aktuelle Zertifikate oder können ihren Wert einschätzen. Trotzdem, so Anke Hanft, an Zertifikaten kommt die Weiterbildung in Deutschland nicht vorbei, nur die entsprechende „Zertifizierungskultur“ fehlt noch.
[Kategorien: e-learning, Blended Learning]

3 Responses to “Ergebnisworkshop LiNe”

  1. Thomas Glatt

    Ja, der Thomas Reglin ist ein reger Mensch – hatte das Vergnügen, ihn an der letzten Learntec kennenzulernen.
    Du erinnerst mich wieder daran, dass ich ihn unbedingt in die Spinnersuite bringen muss…
    Das Buch „Computerlernen und Kompetenz – Vergleichende Analysen zum Lernen im Netz und mit Multimedia“ finde ich eine spannende Sache – sehr lesenswert.

  2. Thomas Glatt

    „Er legte dar, dass Blended Learning sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat: vor allem, weil es in der Regel als Blended Training daherkommt, als fertig arrangierter Baukasten der Anbieter, der dem Lerner wenig Möglichkeiten bietet, sich das Lernangebot nach eigenen Bedürfnissen selbst zu organisieren.“
    Genau darüber haben wir uns auch unterhalten, sehe ich genauso. Momentan dient Blended Learning mehr der Rettung der Seminare, für die eLearning noch gnädigst die Wissensvermittlung übernehmen darf, bestenfalls noch schlussgetestet und zertifiziert. Statt einen Ordner in drei Stunden darf ich jetzt vier Stunden online scrollen…
    Das Potenzial informeller Umgebungsunterstützung ist noch weit weg…

  3. Jochen Robes

    Danke für den Lektüretipp, Thomas! Ich hoffe, ich bekomme bald die Präsentation von Reglin, um sie online zu stellen – sie hatte einige schöne Statements zum Thema.

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