Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Beruf der Woche: Personalentwickler

Damit keine Missverständnisse entstehen: jobpilot, die Online-Stellenbörse, hat eine Rubrik, die „Beruf der Woche“ heisst. Jetzt war der Personalentwickler dran. Sein Jobprofil enthält einige allgemeine Beschreibungen, denen man vorbehaltlos zustimmen kann. Es werden aber auch Anforderungen gestellt, die den Job des Personalentwicklers in ein wenig zeitgemäßes Licht stellen. Z.B., wenn es heisst:

„Die zentrale Aufgabe des Personalentwicklers ist es, das Entwicklungspotenzial eines Mitarbeiters festzustellen.“

Das behauptet kein Geringerer als Hans Böhm, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP). Ich wage einzuwerfen, dass der Personalentwickler mit dieser Aufgabe schlicht überfordert wäre. Vor allem, wenn 10 Personalentwickler auf 6000 Mitarbeiter kommen, wie in einem späteren Beispiel des Artikels geschildert. Deshalb: Potenzialfeststellung ist Aufgabe der Führungskraft. Der Personalentwickler unterstützt: durch Prozesse, Instrumente und Systeme. Oder?

Hinzu kommt: Das Jobprofil favorisiert den „Betriebswirtschaftler“ (BWL als „besonders gute Basis“ heisst es an einer Stelle) mit einem breiten Spektrum an soft skills. Von IT-Systemen in der Personalentwicklung, Internet oder z.B. gar e-Learning ist nicht die Rede. (via mwonline)
jobpilot, 4 Oktober 2004
[Kategorien: HR Management]