Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Abschließende Bemerkungen: 1. Fernausbildungskongress der Bundeswehr

Es waren wohl weniger Teilnehmer gekommen als erwartet. Und ob sich für die 65 Aussteller dieser dreitägige Kongress gelohnt hat, möchte ich bezweifeln. Der Leerlauf war unübersehbar, und einige gelangweilte Gesichter gaben bereitwillig Auskunft über die jeweilige Stimmungslage. Aber es half wohl nichts, denn seitdem sich die Bundeswehr im vergangenen Jahr öffentlichkeitswirksam dem Thema e-Learning zugewendet hat und ihre uniformierten Vertreter unübersehbar auf einschlägigen Veranstaltungen präsent sind, gilt sie als äußerst attraktiver Auftraggeber. Und ich habe mehrmals den Satz gehört: „Der Glump kann schon überzeugend bitten!“ (Heinz Glump ist Chef-Koordinator für Fernausbildung.)

Auf der anderen Seite sind einige der interessantesten Experten, die sich mit dem Thema Online-Lernen auseinandersetzen, derzeit an Hamburger Hochschulen, wie z.B. Rolf Schulmeister oder Peter Dehnbostel. Und das wiederum zog andere Referenten an. In der Summe ergab sich so eine Reihe fundierter Referate und kurzweiliger Workshops, die mir einige neue Informationen und Perspektiven boten.

Allerdings muss ich zugeben, dass mein vorsichtiger Annäherungsversuch an die Erfahrungswelt der Bundeswehr selbst am Mittwoch scheiterte: Der Referent, der über das Thema „Wissensmanagement an der Führungsakademie der Bundeswehr“ informieren wollte, hatte offensichtlich nicht bemerkt, dass auch Zivilisten anwesend waren – zumindest einer, der mit dem gebotenen Abkürzungssalat wenig anfangen konnte.

Jedenfalls: Drei Tage sind etwas zu lang, aber das Niveau der Experten und Vorträge stimmte! Man darf jetzt gespannt sind, ob die zeitliche und örtliche Nachbarschaft zweier Kongresse gutgeht (siehe der nächste Woche in Hamburg beginnende Campus Innovation).