Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

1. Fernausbildungskongress der Bundeswehr (2. Tag)

Den zweiten Tag habe ich Rolf Schulmeister von der Uni Hamburg gewidmet. Sein Workshop-Thema waren „Lernplattformen und Ausbildungsmanagementsysteme“. Vorneweg: Der Vormittag wurde sehr unterhaltsam, vor allem, weil Rolf Schulmeister immer wieder kleine Geschichten und Kollegenschelten einstreute. So z.B. gegenüber Wilfried Hesser, dessen Äußerungen in der Welt vom Montag er kurz und knapp als „unziemlich“ einstufte.

Sonst war das Thema sehr lehrreich. Schulmeister hat 2003 eine LMS-Evaluation publiziert und stellte uns das zugrundeliegende Evaluationskonzept vor. Da Peter Baumgartner für das österreichische Bildungsministerium fast zur gleichen Zeit den gleichen Auftrag bekommen hatte, aber ein alternatives Beurteilungsverfahren wählte, gab es schon mal Stoff für entsprechende Verweise.

Nun – um zum für mich interessantesten Teil zu kommen – sollte man meinen, hatten die Hamburger Hochschulen mit der Studie Schulmeisters die notwendige Transparenz und Entscheidungshilfe, um das ihren Anforderungen entsprechende LMS auszuwählen. Wie aber sieht es heute aus?

Wenn ich richtig mitgezählt habe, gibt es sieben Hochschulen in Hamburg, die derzeit vier unterschiedliche LMS-Lösungen einsetzen: WebCT, CLIX, ILIAS, movii. Auf meine Frage, ob dieses Vorgehen denn effizient sei und ob es in Zeiten knapper Kassen nicht Sinn macht, die „LMS-Wunschlisten“ der Fakultäten auch mal offen zu diskutieren, lautete die Antwort, es gäbe schließlich die „Freiheit von Forschung und Lehre“. Nun ja, schon, aber um jeden Preis? Und was macht eigentlich das Multimediakontor Hamburg?

Wobei ich zugeben muss, dass die Lösungen, die auf der Grundlage entsprechender Wunschlisten entstanden sind und uns heute präsentiert wurden (movii/Brandenburg und metacoon/Weimar), wirklich beeindruckend waren!
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