Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Constructivism Versus Objectivism: Implications for Interaction, Course Design, and Evaluation in Distance Education

Eigentlich versuche ich bei den derzeitigen Temperaturen, gedankenschweren Themen aus dem Weg zu gehen. Hier habe ich eine Ausnahme gemacht – und das war okay. Der Autor gibt einen guten Überblick über objektivistische und konstruktivistische Lerntheorien (als die „Pole eines Kontinuums“) und beschreibt sehr anschaulich, wie ein objektivistisch bzw. konstruktivistisch eingestellter Distance Educator ein entsprechendes Lernangebot planen, entwickeln und evaluieren würde.

Zur Diskussion zwei Anmerkungen. Zum einen das Schlusswort des Autors:
„When as a teacher I situate myself on the continuum, I avoid the two extreme ends. I believe that there are times that a more objectivist approach is appropriate and there are other times that a more constructivist is appropriate.“
Das ist ein „typischer“ Ausklang! Zwischen den Zeilen lese ich immer Folgendes: „Wir finden den konstruktivistischen Ansatz im Großen und Ganzen überzeugend. Wir sehen aber, dass in der Praxis Lehrer und Lernende selten die volle Kontrolle über Lernprozesse und Lernumgebungen haben. Sie müssen pragmatisch mit vorhandenen Ressourcen (vor allem: Zeit & Geld) umgehen, was unweigerlich zu Abstrichen am konstruktivistischen Ideal führt. Deswegen wollen wir auf beide (alle) Ansätze zurückgreifen können.“
Wie gesagt, das ist nur ein Übersetzungsvorschlag.

Wer das Thema vertiefen möchte, findet bei Stephen Downes sicher weitere Ansatzpunkte:
„In summary, from my perspective, constructivism is a kind of homonculus theory; instead of talking with the person outside, it posits a little person inside the mind who performs all those incredible intellectual feats that objectivism ascribes to the whole person.“
Charalambos Vrasidas, International Journal of Educational Telecommunication, 6 Volume, No 4, 2000 (pdf).
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