Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

e-Learning in Financial Services – A Benchmark Report

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Nun, überraschende Neuigkeiten sind natürlich nicht unbedingt zu erwarten, wenn ein Anbieter den Markt beschreibt, auf dem er sich selbst bewegt. Trotzdem enthält dieser Report einige nützliche Stichworte zum Stellenwert von e-Learning in der Finanzbranche sowie daran gekoppelte Empfehlungen.

Ein Punkt, der in diesem Report wiederholt auftaucht, ist das Verhältnis von Classroom Training & e-Learning. Um Bildungskosten zu sparen, dürfen e-Learning-Kurse natürlich keine zusätzlichen Angebote sein, sondern müssen bestehendes Classroom Training ganz oder in Teilen ersetzen. Auf der anderen Seite führen die wenigsten Unternehmen (in Deutschland) e-Learning mit klaren strategischen Vorgaben ein, z.B. derart, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt xy Prozent der Weiterbildung via e-Learning abdecken wollen. Solche Zahlen bzw. Zielvorgaben kenne ich nur von den großen IT-Dienstleistern wie IBM und Cisco. Die anderen Unternehmen haben e-Learning eingeführt, überprüfen regelmäßig laufende Verträge, kündigen oder überarbeiten diese, entwickeln customized e-Learning, wo es nichts Entsprechendes auf dem Markt gibt – aber das meiste halt doch auf Projektebene oder in überschaubaren zeitlichen Zusammenhängen. Dieses Vorgehen macht es natürlich schwer, Aussagen darüber zu treffen, wohin sich e-Learning bzw. der e-Learning-Markt bewegt und ob e-Learning langfristig Seminare ersetzt und Kosten spart.

Zumindest eines scheint für Finanzdienstleister sicher: Zum e-Learning-Standbein werden mehr und mehr Compliance-relevante Themen und die damit verbundenen Anforderungen:
„Not surprisingly then, an overwhelming number of respondents in the survey felt that reporting and tracking of compliance training was the biggest challenge they faced.“
WBT Systems, Juli 2004
[Kategorien: e-learning, HR/ Learning in Banking]