Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Intranets and knowledge sharing

Ich weiss gar nicht, warum dieses Papier einige Tage unbeachtet auf meinem Schreibtisch gelegen hat. Denn der Artikel hält voll und ganz, was der Titel verspricht: Überlegungen, wie man das unternehmenseigene Intranet nutzen kann, um den Informations- und KnowHow-Transfer zu unterstützen. Auf fünf Ansätze wird eingegangen:
„- communities of practice and intranets
– staff directories and expertise finders
– collaborative environments
– intranet-based knowledge tools [weblogs, k-logs, wikis]
– using the intranet to drive cultural change“

Damit beschreibt der Artikel aber auch ein aktuelles Dilhemma der betrieblichen Weiterbildung: Konzentriert auf den LMS-Business Case und damit das, was gemeinhin als formales Lernen bezeichnet wird, geraten die informellen Prozesse des Knowledge Sharing oft aus dem Blick. Oder sie werden gar nicht als Aufgabe der Weiterbildung verstanden. Ich muss zugeben, dass ich für viele der im Artikel aufgeführten Punkte und Beispiele auch keinen Business Case schreiben möchte. Wenn man aber bedenkt, dass die 80/20-Regel des Lernens gilt (wonach 80% aller Lernprozesse in informellen Umgebungen, also abseits von Seminarräumen und strukturierten Kursen stattfinden), dann sollte sich die Aufmerksamkeit auf diese Möglichkeiten auch rechnen. Es muss ja nicht gleich zu der Frage führen, ob man überhaupt ein Learning Management System braucht – die mir heute morgen mal wieder grinsend ein Kollege stellte.
James Robertson, Step Two Designs, Mai 2004
[Kategorien: Knowledge Management]