Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Making a market in knowledge

McKinsey nimmt sich in diesem Artikel dem Problemfall “Knowledge Management” an. Ein Problemfall ist es, so der schreibende Berater, weil viele Unternehmen entweder blind in Anwendungen und Datenbanken investierten, entsprechende Lösungen “top-down” präsentierten oder auf kleine, dezentrale Entwicklungen setzten und dabei auf Vorteile für das Unternehmen als Ganzes verzichteten (“Let a thousand Web sites bloom”). Sein Fazit – und dem kann ich zustimmen: “The truth is that the real value comes less from managing knowledge and more – a lot more – from creating and exchanging it.”

Die Konsequenz: Unternehmen sollten einen internen Markt für Knowledge aufbauen – einen richtigen Markt, auf dem Wissen einen Preis und eine Währung hat, auf dem Wettbewerb um die “Wissensführerschaft” herrscht, Standards anerkannt und von Knowledge-Experten gepflegt werden. Das klingt so weit überzeugend, so weit man an die umfassende Durchsetzungs- und Heilungskraft von Marktmechanismen glaubt. Bis McKinsey mehr als ein einziges “Best Practice” für diese doch scheinbar so nahe liegende Lösung bietet, bleibe ich skeptisch: Zum einen halte ich diesen Weg aus organisatorischen Gründen in den meisten Fällen schlicht für nicht umsetzbar. Zum anderen kann ich mir mit Blick auf “Open Source” und “Open Content”-Projekte sehr wohl andere Antriebskräfte für ein erfolgreiches Knowledge Sharing denken.
Lowell Bryan, McKinsey Quarterly, 3/2004 (Registrierung erforderlich)
[Kategorien: Knowledge Management]