Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

„Wir verzichten auf Seminare und Schulungen“

Klare Worte! Und ich kenne einen Kollegen, der sich nach Lektüre dieser Informationen fest vorgenommen hat, die Drogeriekette „dm“ zu besuchen! Im Interview in der Zeitschrift wirtschaft&weiterbildung (März 2004) beschreibt der Firmengründer Götz Werner, was „Arbeitsintegriertes Lernen“ in seinem Unternehmen heisst. Und man hat wirklich das Gefühl, als ob die Mitarbeiter bei „dm“ die Chance der „Kompetenzentwicklung zur Selbstorganisation“ (wie es in der Theorie so schön heisst) hätten! Es geht folgerichtig um „Eigeninitiative“, „Verantwortung“, „ganzheitliche Aufgaben statt begrenzter, vorgeschriebener Tätigkeiten“, „Fehler als Lernchancen“ und den „Arbeitsplatz als Lernort“.

Die Vorgesetzten sind Lernbegleiter, und an die Stelle von Anweisungen tritt die „Dialogische Führung“. Soweit die Beschreibung. Es wird zwar nicht explizit angesprochen, aber ich sehe nicht, dass es hier noch den Personalentwickler braucht. Auch die Einstellung zu e-Learning klingt erfrischend pragmatisch:
„E-Learning ist jedoch auch ein integraler Bestandteil der Arbeit, das heisst, die Mitarbeiter lernen unter anderem, indem sie elektronische Informationsquellen nutzen. In diesem Zusammenhang spielen das dm-Intranet oder das DataWarehouse eine besondere Rolle: Sie dienen als Informations- und Lernquellen, auf die alle Mitarbeiter zugreifen.“

Das Interview in der Zeitschrift wirtschaft&weiterbildung ist nicht online zugänglich. Aber auf den Seiten der dm gibt es einen Vortrag von Götz Werner („Die Mitarbeiter als Lerngemeinschaft“; Karlsruhe, 11.11.2003), indem er das dm-Konzept näher ausführt.
[Kategorien: Weiterbildung allgemein]

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