Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Rettet euch selbst, sonst tut es keiner

Heute schweife ich ab: Es geht um Krise der Geisteswissenschaften. Nein, nicht um die übliche, seit Jahrzehnten beschworene „Sinnkrise“. Dieses Mal geht es um die „Existenz“. Was geben die Geisteswissenschaften der Gesellschaft zurück? Was ist ihre Daseinsberechtigung, ihr Nutzen? Der Autor schreibt den Geisteswissenschaften ins Stammbuch, dass sie die Antworten auf diese Fragen immer noch schuldig seien und sich so nicht wundern dürfen, wenn Politikern beim Sparen und Kürzen zuerst ihre Disziplinen einfallen. Irgendwie sind die aufgeführten Argumente ganz richtig, aber irgendwie wird die letzte Konsequenz elegant ausgeblendet: Wollen wir die Wissenschaften streichen, die beim geforderten Evaluieren und Kräftemessen auf der Strecke bleiben?
Martin Spiewak, Die Zeit, 18/2004