Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Privatpersonen übernehmen hohe Verantwortung für ihre berufliche Weiterbildung

Und noch einmal geht es um die Ausgaben für Weiterbildung: Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist der Frage nachgegangen, in welchem Umfang Privatpersonen derzeit an beruflicher Weiterbildung teilnehmen, was sie an Kosten übernehmen und welchen Nutzen sie in der Teilnahme gesehen haben.

Das interessanteste Ergebnis betrifft aus meiner Sicht die individuellen Kosten beruflicher Weiterbildung. Das BIBB kommt hier auf eine durchschnittliche Höhe von 502 Euro pro Teilnehmer für das Jahr 2002! Das ergibt hochgerechnet insgesamt 13,9 Mrd. Euro, die Teilnehmer für ihre eigene berufliche Weiterbildung aufwenden. Das ist insofern etwas überraschend, weil das FiBS in seiner aktuellen Studie (siehe meine gestrige Notiz) auf 6,6 Mrd. Euro kommt, die von den privaten Haushalten selbst getragen werden.

Mag sein, dass meine Lektüre zu oberflächlich war. Vielleicht habe ich wichtige Unterschiede in der Fragestellung oder im Kleingedruckten übersehen. Vielleicht zeigen beide Untersuchungen aber nur, dass in dem Thema Bildungsfinanzierung noch viel „Unschärfe“ steckt, vor allem, wenn es darum geht, auch die Aufwendungen privater Haushalte zu erfassen – von den Aufwendungen für informelles Lernen ganz zu schweigen.
Ursula Beicht, Elisabeth M. Krekel und Günter Walden, BIBB, 5 April 2004
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