Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Bildungsausgaben in Deutschland – eine erweiterte Konzeption des Bildungsbudgets

Auf 128,5 Mrd. Euro beliefen sich die Bildungsausgaben in Deutschland im Jahr 2000. Das sind zumindest die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Zahlen. Die Autoren des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) aber wollten es genauer wissen und haben eine Untersuchung auf der Grundlage eines „erweiterten Bildungsbudgets“ durchgeführt. Dabei ging es ihnen vor allem darum, auch die Bildungsaufwendungen der privaten Haushalte zu erfassen, die bisher in der offiziellen Statistik – auch aufgrund fehlender Daten – nicht berücksichtigt wurden; zusätzlich wurde versucht, die Ausgaben für den Lebensunterhalt der Bildungsteilnehmer adäquat abzubilden.

Das Ergebnis: „Insgesamt wurden demnach im Jahr 2000 in Deutschland 167,2 Mrd. Euro für das Bildungswesen ausgegeben. Im Vergleich zum offiziellen Bildungsbudget, das für das Jahr 2000 Ausgaben in Höhe von 128,5 Mrd. Euro ausweist, waren die Bildungsausgaben nach dem modifizierten Konzept damit um 30% höher.“

Was sagen uns diese Zahlen? Erstens, dass der Anteil der Aufwendungen der privaten Haushalte für Bildung höher ist als es die amtliche Statistik ausweist (34% zu 26%); zweitens, dass der Teufel im Detail oder besser: in der Methode liegt – teilweise ringen noch kameralistische und kaufmännische Buchführung um den Zuschlag; und drittens, dass der Vergleich dieser Aufwendungen mit denen anderer Staaten oder zurückliegender Jahre interessant gewesen wäre, aber nicht Ziel der Untersuchung war. Doch Liebhabern des Themas Bildungsfinanzierung sei diese Studie uneingeschränkt empfohlen!
Dieter Dohmen und Michael Hoi, FiBS-Forum Nr. 20, Köln, Januar 2004 (pdf)
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