Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Empirische Befunde zum Verhältnis von Know-how-Transfer und Kompetenzentwicklung

Dieser aktuelle Report, herausgegeben von ABWF/ QUEM, untersucht den Einfluss des Know-how-Transfers auf die Kompetenzentwicklung. Was heisst das? Soweit ich es verstanden habe, haben die Autoren erhoben, welche Instrumente des Know-how-Transfers in verschiedenen Unternehmen (12) eingesetzt werden – von technischen Lösungen wie Internet, Intranet, Datenbanken bis zu personenorientierten Instrumenten wie Rückfragen bei Kollegen, Kontakt mit Experten oder Coaching. Im nächsten Schritt wird dargelegt, wie diese Instrumente von den Mitarbeitern in ihrer Bedeutung eingeschätzt werden. Und zuletzt, ob die Instrumente und ihre Nutzung in einem Zusammenhang mit Lernprozessen und der Entwicklung von Kompetenzen stehen.

Dabei kommen die Autoren u.a. zu der Feststellung: „Inwieweit ein Instrument oder eine Situation des Wissenstransfers die Kompetenzentwicklung im Prozess der Arbeit fördern kann, hängt ganz wesentlich von den arbeitsbezogenen und persönlichen Interessen der Mitarbeiter sowie den konkreten Machtverhältnissen im Unternehmen ab.“ (27)

„Nun ja, …“ möchte man sagen. „Nun ja, …“ sagen aber auch die Autoren, wenn sie feststellen, dass man sich zwar einig ist, was die Bedeutung der Konzepte einer kompetenzbasierten Lernkultur, des non-formellen und informellen Lernens, des Erfahrungswissens und selbstorganisierter Lernprozesse betrifft; um dann zuzugeben, dass die offenen Fragen unübersehbar sind, sobald es konkret wird:
Die neue Lernkultur ist also nicht nur in der betrieblichen Praxis, sondern auch konzeptionell ein Problem, das gegenwärtig keineswegs gelöst ist.“ (10) Sehr ehrlich.

Ingeborg Böhm, Thomas Hardwig, Dagmar Israel, Irene Pawellek und Mirko Sporket, QUEM-Materialien 56, April 2004 (pdf, 466 KB)
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