Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Managing e-Learning. A Beginner’s Guide to Harmonious Buyer-Supplier Relationships

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Das Verhältnis zwischen Kunden und Anbietern auf dem e-Learning-Markt war nie einfach. Unklare inhaltliche Anforderungen, im Vertrag nicht fixierte Leistungen, Verzögerungen im Projektverlauf, ein GAU beim technischen „Live“-Betrieb – überall lauern Falltüren, die man nur durch ein großes Maß an Erfahrung und Miteinander in den Griff bekommt. Jetzt, in einem viel schwierigeren Marktumfeld als noch vor einigen Jahren, geht es aber zuerst und vor allem um den Preis. Es wird länger und intensiver verhandelt. Und häufig hat, wer als Anbieter nicht mit Partnern in Osteuropa, Indien oder auf den Philippinen zusammenarbeitet, bei vielen Ausschreibungen kaum noch eine Chance.

Obwohl ich vieles bereits gehört und selbst erlebt habe, hat mich die folgende Story doch überrascht: Ein deutscher Automobilproduzent, so wurde mir vor einigen Tagen erzählt, plante die Entwicklung eines mehrstündigen Lernprogramms. Nach der Ausschreibung und dem Erhalt verschiedener Angebote forderte er die Anbieter in der zweiten Runde auf, online und gegeneinander zu bieten! Das Projekt wurde versteigert – in real-time! Über den Zwischenstand und die nächsten Schritte informierten anonymisierte E-Mails, wie man sie von eBay her kennt! Ist das jetzt Standard? Kann so der Anfang langähriger Geschäftspartnerschaften aussehen? Ich habe da Zweifel.

Wer soliden Boden unter den Füßen haben möchte, dem sei „Managing e-Learning“ empfohlen. Ich würde es als Pflichtlektüre für Einsteiger im e-Learning-Markt bezeichnen.
Kevin Kruse, e-learning Guru, 2003 (pdf)
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