Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Aufstieg der „Kreativen Klasse“

Es gab vor einigen Wochen einen Artikel in Wired, der sich mit dem Thema „Offshoring“ auseinandersetzte und dem, was den westlichen Industrienationen noch bleibt, wenn die Informationstechnologie, das Herzstück der Knowledge Economy, nach Indien und Osteuropa abwandert. Die Autoren des Wired wiesen darauf hin, dass die Zukunft des westlichen Wissensarbeiters in Innovationen und Kreativität läge (hier mehr). Dazu passt das Psychogramm der „Kreativen Klasse“, das Matthias Horx entwirft.

Was diese Klasse auszeichnet, sind eine hohe Handlungsautonomie, horizontale Karriereverläufe und eigengestaltete Berufsumfelder. Ihre Werte und Interessen kreisen laut Horx um Individualität und Selbst-Entwicklung, neue Leistungsprinzipien („Meritokratie“), Diversity und Toleranz. Diese Freiheit muss sich die „Kreative Klasse“ aber an zwei Fronten erkämpfen: Auf der einen Seite stehen die alten Angestellten- und Beamtenklassen, die ihre Pfründe gegen die neuen Selbständigen verteidigen; auf der anderen Seite droht der Abstieg in die Service-Klasse, in stupide, niedrig bezahlte Auftragsjobs. Ein Artikel mit hohem Wiedererkennungswert – zumindest für mich!
Matthias Horx, 15 Januar 2004 (pdf)
[Kategorien: HR Management]


Siehe auch: Richard Florida: The Rise of the Creative Class. USA 2002 (hier mehr).