Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Lernen durch Wertschöpfung – Wertschöpfung durch Lernen

Walter Ch. Zimmerli, der Gründungspräsident der Volkswagen AutoUni, hat der Zeitschrift Information Management & Consulting ein Interview gegeben, in dem er sich zur Bildung im Zeitalter des Global Network äußert. Zwei Bemerkungen haben mir besonders gut gefallen:

Bei Volkswagen haben wir die Netz-Kompetenz [im Sinne von ’net literacy‘] in zehn verschiedenen Ebenen beschrieben. Minimalkompetenz auf ‚Level 5‘ umfasst etwa E-Mail-Kommunikation, Umgang mit Browsern und Suchmaschinen und die Fähigkeit, sich im Netz bewegen zu können. Diese Kompetenz erwarten wir von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter – ob am Fließband oder im Vorstand.“ Ob das schon Standard in deutschen Unternehmen ist?

Die Haare sträuben sich mir bereits jetzt, wenn ich nämlich jene Chancen betrachte, die unsere Hochschulen zum Thema ‚lifelong learning‘ verpasst haben. Nach wie vor schwingt im professoralen Selbstverständnis immer Selbstmitleid darüber mit, dass diese ärgerlichen Wesen – genannt Studenten – auszubilden sind. Viel lieber würde man ja ausschließlich auf Kosten des Staates forschen. Vor dem enorm großen tertiären Bildungsmarkt, in dem Hochschulen ihre Kernkompetenzen sinnvoll – und gewinnbringend‘ – einsetzen können, schließt man jedoch die Augen.“ Da ist was dran …
Information Management & Consulting 1/2004 (dieses Interview bekommt man als pdf auf Anfrage von IM@im-c.de)
[Kategorien: Trends in der Weiterbildung]