Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Elite-Uni Online?

Die imc hat als Antwort auf die aktuelle Diskussion um Spitzenhochschulen in Deutschland „9 Thesen für Innovation und Bildung mit Hilfe neuer Lerntechnologien“ vorgelegt. Viele gute Punkte, in denen darauf hingewiesen wird, dass jede Innovation in der Bildung untrennbar mit neuen Lerntechnologien verknüpft ist. Ob Spitzenleistung oder Breitenförderung, von Networks of Excellence bis zum lebenslangen Wissenstraining: Lerntechnologien sind das Bindeglied zwischen Menschen, Institutionen und Märkten.

Die Autoren betonen das Bild vernetzter Lerntechnologien und sehen „Bildung als einen lebenslangen, mehrdimensionalen, interaktiven Prozess von Menschen und Märkten„. In diesem Sinn, so die Autoren, weist Bildung über bestehende und traditionelle Institutionen und Strukturen hinaus – ein guter Punkt. Etwas unscharf wird das Szenario aber, wenn es um die Rolle von „bottom-up“-Technologien in der Weiterbildung geht (Weblogs, Wikis, Online-Communities). Diese werden gar nicht erwähnt. Im Vordergrund stehen mehr die „großen“ Learning Management Systeme mit ihren Schnittstellen. Und vehement wird auf universitäre Open Source-Projekte geschimpft, die nichts anderes tun als Fördermittel verschlingen. Diese Haltung ist nachvollziehbar, wird aber der Sache nicht gerecht. Abschließend werben die Autoren noch für eine Online-Elite-Uni (deshalb der Titel), die effizient und effektiv die verstreuten Kompetenzen in Deutschland bündelt und vermarktet.
imc, März 2004
[Kategorien: e-learning]