Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Wem gehört das Recht?

Vom 10. bis 12. Dezember findet der „Weltgipfel über die Informationsgesellschaft“ in Genf statt. Die UNO lädt ein, und Regierungsvertreter, Vertreter von Wirtschaftsunternehmen und NGOs werden versuchen, bei der Überwindung der „digitalen Kluft“ zwischen Nord und Süd einen gemeinsamen Nenner zu finden. Dabei wird es auch um den freien Zugang zu Informationen gehen, einem uneinschränkbaren Grundrecht gemäß Artikel 19 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte„. Optimismus ist nicht angebracht, denn zu viel steht für die globalen Software- und Kommunikationskonzerne sowie autoritär geführte Staaten auf dem Spiel.

Zur Einstimmung auf den Weltgipfel sei der Artikel von Matthias Spielkamp in der neuen Ausgabe von brandeins empfohlen. Er bringt wunderbar auf den Punkt, wie das Urheberrecht mit dem amerikanischen DMCA, dem Digital Millennium Copyright Act („das derzeit umstrittenste Urheberrechts-Gesetz der Welt„), auf den Hund gekommen ist. Mit fatalen, teilweise absurden Konsequenzen. Und wie sich die Europäer derzeit beeilen, auch auf diesem Feld nicht zurückzubleiben.

Denn es geht nicht nur um illegale Kopien, sondern auch darum, dem Schutz der Rechte-Inhaber Grenzen zu setzen, um nicht abzuwürgen, was eine Gesellschaft braucht, um sich weiterzuentwickeln: Zitate, Forschung, Parodie, Inspiration durch andere Künstler – all das, was Isaac Newton im Kopf hatte, als er sagte: ‚Wenn ich weiter sehen konnte (als andere vor mir), dann deswegen, weil ich auf den Schultern von Giganten stehe.'“

Matthias Spielkamp, brandeins, Dezember 2003/ Januar 2004


Siehe auch: Fiona Morgan: Copywrong. Copyright laws are stifling art, but the public domain can save us. The Independent Weekly, 3 Dezember 2003

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