Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Lead Balloons, Stone Canoes, and Learning Styles

Der Artikel beginnt mit der sympathischen Feststellung, dass die Literatur über Lernstile in erster Linie verwirrend und widerspruechlich sei (Greenagel spricht von der Lernstil-Forschung als Ablenkungsmanoever, als „red herring“). Und dass Lernstile in der betrieblichen Weiterbildung keine Rolle spielen. Warum? Lernstile beschreiben individuelle Unterschiede, die betriebliche Weiterbildung dagegen zielt auf große Lerngruppen (siehe e-Learning).

Deshalb plaediert Frank Greenagel dafür, sich intensiver mit der Frage auseinanderzusetzen, wo Menschen lernen, was ihn wiederum zum Konzept der „Communities of Practice“ (Etienne Wenger) fuehrt. Hier weist er auf entsprechende Beispiele von Wenger und Brown/Duguid hin, die belegen, dass Lernen weniger in Seminaren, als in informellen Gruppen, in Communities und in anderen, sozialen Aktivitaeten stattfindet. Auch dem Internet weist er hier eine unterstuetzende Rolle zu: „… then the promise of the Internet lies in the ability to build and sustain communities.“

Ein in seinen Beispielen ueberzeugender Artikel, der der heutigen Personalentwicklung allerdings den Boden unten den Fueßen wegzieht.
Frank L. Greenagel, Learning Circuits, 15 September 2003


Siehe auch: Etienne Wenger; Etienne Wenger: Communities of Practice. Learning as a social system. „Systems Thinker“, June 1998