Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Kompetenz ausweisen – mit dem Weiterbildungspass

Ich hatte das Stichwort „Bildungspass“ vor einigen Tagen schon einmal gefunden – mit der Machbarkeitsstudie „Weiterbildungspass mit Zertifizierung informellen Lernens“ scheint es gerade die Presserunde zu machen. Noch mal zur Erinnerung die zentrale Frage:

Welches Wissen und Können entsteht im Prozess des lebenslangen Lernens und wie kann dieses Wissen und Können transparent gemacht werden?

Im Vordergrund steht die Autonomie des Bürgers über seinen eigenen Bildungs- und Beschäftigungsweg. Dabei tauchen zwei Unterscheidungen immer wieder auf:
1) die Unterscheidung zwischen formalen, non-formalen und informellen Lernprozessen;
2) die Unterscheidung zwischen Qualifikation und Kompetenz,
zwischen Wissen und Können.
Der spannende Teil der Diskussion betrifft natürlich vor allem non-formale und informelle Lernprozesse sowie Kompetenzen und die Frage, wie diese zu erfassen, zu messen und zu bewerten sind. Hier gibt das Interview einen interessanten Überblick.
Interview mit Harry Neß (DIPF), Frankfurter Rundschau, 25 Juni 2003


Wer mehr von Harry Neß zum Thema lesen möchte, dem sei sein Artikel „Bedingungen zur Erprobung eines Bildungspasses in Deutschland“ (2003, pdf) empfohlen, wo es alles etwas ausführlicher gibt. Hier finden sich auch Hinweise zu den über 60 bereits existierenden Bildungspässen in Deutschland – vom Sprungbrett Ehrenamt, über den VW-Qualifizierungspass, bis zum Europäischen Computerführerschein.

Am 21./22. Januar 2003 hatte das Saarländische Bildungsministerium zum Kongress „Bildungspässe – Machbarkeit und Gestaltungsmöglichkeiten“ eingeladen. Mehr dazu hier.

Interessant auch der etwas ältere Artikel (Oktober 1999) „Qualifizierungspass, Bildungspass, Kompetenzausweis im Kontext von europäischen Ansätzen zur Ermittlung und Bewertung von erworbenen Kenntnissen und Kompetenzen„, der den Blick über den nationalen Tellerrand hinaus wagt und Informationen über europäischen Ansätze liefert.